Vorwort
Im Jahre 1840 erfolgte die erste wissenschaftliche Beschreibung durch den Ichthyologen Dr.Jacob Heckel Seine Beschreibung basierte auf nur einem einzigen Tier, daß zusammen mit einigen anderen Fischen im Rio Negro gefangen worden war. Es handelte sich um einen Jungfisch mit etwa nur 7,5 cm Länge. Dieser Fisch erhielt den wissenschaftlichen Namen Symphysodon discus heckel. Noch bis heute wird diese Art weltweit unter diesem Namen gehandelt.

Dr. Jakob Heckel
Der Franzose Pelligrin unternahm 1903 eine Bearbeitung der Familie der Cichliden, somit auch die der Diskus. Die Entdecker und Exporteure waren: Herbert Axelrod, Harald Schultz, Prof.Harald Sioli, Exporteur William Riese und Dr. Hans Klinge. Pellegrin beschrieb eine neue Form des Diskus, den Symphysodon discus 'var aequifasciata'. Heute kennen wir ihn unter dem deutschen Namen Grüner Diskus.
Zu Beginn der 30er Jahre wurden zum erstenmal in geringen Stückzahlen Diskusfische nach Deutschland und den USA importiert.
Gustav Armbruster gelang es erstmals 1935 in Philadelphia, USA, Diskusfische ohne ihre Eltern bis zur Geschlechtsreife großzuziehen. Den Schlüssel zur erfolgreichen Aufzucht von Diskusfischen fand jedoch W.T.Dodd in Portland, Oregon, USA, der berichtete, daß die freischwimmenden Jungfische an ihren Eltern festhingen. Heute weiß man das die Jungen das gebildete Sekret von ihren Eltern abweiden.
Aufgrund der zunehmenden raschen Luftverbindungen in den späten 50ern erlebte der Dikus durch regelmäßigen Import in größeren Stückzahlen seinen eigentlichen Aufschwung. Es wurden immer mehr Details über die Hälterung und Zucht dieser Tiere bekannt und Ende der 60er gab es die ersten Liebhaber und Züchter. Auch dauerte es nicht mehr lange, bis die ersten Spezialgeschäfte, Gesellschaften und Vereinigungen gegründet worden waren.
Der heutige Interessent kann sich auf Unmengen verschiedener Literatur berufen um etwas über Zucht und Hälterung zu erfahren. Zusätzlich kann oder sollte er sich vielleicht einem Verein oder Interessengesellschaft anschließen, da er dort praktische Erfahrungen in den verschiedensten Bereichen der Aquaristik sammeln kann.
Die verschiedenen Diskusunterarten bestehen aus:
Symphysodon discus discus Heckel , 1840
Symphysodon discus willischwarz Burgess , 1981
Symphysodon aequifasciatus aequifasciatus Pellergrin , 1904
Symphysodon aequifasciatus tarzoo Lyons , 1959
Symphysodon aequifasciatus axelrodi Schulz , 1960
Symphysodon aequifasciatus haraldi Schulz 1960
Dabei erfolgt die Unterscheidung der Symphysodon aequifasciatus Unterarten vor allen nach Farbmerkmalen, während Symphysodon discus willischwartzi nach Zählwerten abgegrenzt wurde. Diese Zählwerte liegen nach heutigen Wissenstand in den Toleranzen der Art , da diese Fische aber bisher nicht erneut importiert wurden , ist eine Suche nach weiteren Merkmalen nicht möglich . Andererseits ist die Unterscheidung wegen fehlender lebender Fische deshalb zurzeit für die Aquaristik nicht relevant. Wenn also derzeit von Heckel-Diskus die Rede ist, dann handelt es sich in jeden Falle um die Stammform. Bei Symphysodon aequifasciatus ist der Sachverhalt etwas verdorrender. zunächst sei darauf hingewiesen, dass es sich bei der "Tarzoo-Variante"um eine ungewollte Beschreibung handelt, die im allgemein nicht akzeptiert wird (Schulz 1960,Kullander 1996) .Tatsache ist, dass diese Gleichstellung der Formen eher allgemein ignoriert wurde, die alten Namen weiterhin benutz werden, und sich lediglich niemand zu einer Gegendarstellung genötigt fühlte.
Der Grüne Diskus:

Für Symphysodon aequifasciatus aequifasciatus gilt somit, dass die Fische an ihren dunkelbraunen Längsstreifen auf dem Körper erkennbar sind. Seine Grundfärbung ist grün, das Auge rötlich-braun und es gibt einen isolierten Fleck auf den Schuppen über bzw.seitlich hinter dem Auge ( Schulz 1960 ). Bei Tefewildfängen ist die imposante Zeichnung im Kopfbereich mit türkisenen Linien besonders ausgeprägt, die roten Punkte im Körperbereich werden sich im Aquarium verstärken.
Der Braune Diskus:

Symphysodon aequifasciatus axelrodi zeigt keine Längsstreifen, lediglich im Stirnbereich sind sie manchmal angedeutet. Der Diskus besitzt Vertikelbinden, die eine olive Grundfärbung, ein rotes Auge und keinen Suppen-fleck neben dem Auge ( Schulz 1960 ). Die Braune Diskus zeigen nur eine schwache Blaufärbung im äußeren Körper und Flossenbereich.
Der Blaue Diskus:

Symphysodon aequifasciatus haraldi zeigt letztendlich hellbraune Längsstreifen. Seine Grundfärbung ist ebenfalls hellbraun, dass Auge hellrot und er besitzt den gleichen Fleck neben dem Auge ( Schulz 1960 ). Die Blauen Diskus unterscheiden sich von den Brauen Diskus dadurch, dass sie eine intensivere Streifenzeichnung tragen.
Natürlich gäbe es einige weitere Varianten, die eine Unterartenbeschreibung rechtfertigen würde. Beim derzeitigen Wissenstand zur Verbreitung der Formen und ihren Unterscheidungsmöglichkeiten ist jedoch keine klare abrenzung möglich.